Wer entscheidet über die Vergangenheit? Zur Zusammensetzung der neuen Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut
Im Dezember 2025 nahm die neue Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut ihre Arbeit auf. Die deutsche Restitutionspraxis dürfte sich grundlegend ändern
Im Dezember 2025 nahm die neue Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut ihre Arbeit auf. Die deutsche Restitutionspraxis dürfte sich grundlegend ändern
Am 19. Oktober 2025 wurden dem Louvre acht historisch bedeutende Schmuckstücke aus den Kronjuwelen geraubt. Der spektakuläre Coup offenbart nicht nur Sicherheitslücken, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen nach Versicherung, Schutz und dem Umgang mit nationalem Kulturgut auf.
Der spektakuläre Wiederfund eines lange verschollenen Gemäldes aus der Sammlung Goudstikker wirft Schlaglichter auf die Schattenseiten des Kunstmarkts, die Grenzen internationaler Restitutionspraxis – und auf ein Land, das bei NS-Raubkunst weitgehend unbehelligt blieb.
Seit Anfang August gelten in den USA neue Zölle auf zahlreiche Produkte aus der EU – Kunstwerke sind bislang davon ausgenommen. Doch ob ein Werk aber tatsächlich zollfrei bleibt, hängt von der genauen Einordnung und den Details der Einfuhr ab.
Geld & Recht, Personen & Meinung
Der „HEAR Act 2.0“ erlaubt US-Gerichten, über NS-Raubkunst-Fälle weltweit zu entscheiden, was völkerrechtliche Prinzipien verletzt und zu internationalen Spannungen führt. Während Deutschland auf Kommissionen und Diplomatie setzt, schafft der US-Ansatz neue rechtliche Unsicherheiten und hohe Kosten, trotz ehrlicher Absichten.
Mit einem neuen Verhaltenskodex will die UNESCO den Kunsthandel ethisch regulieren. Doch der Entwurf stößt auf Kritik: Er ist praxisfern, rechtlich fragwürdig und könnte zum Einfallstor für neue Regulierungen werden
Geld & Recht, Personen & Meinung
Ein zentrales Kunstwerkregister verspricht Transparenz und Sicherheit – doch es wirft komplexe rechtliche, organisatorische und datenschutzrechtliche Fragen auf. Was als Lösung erscheint, könnte den Kunstmarkt tiefgreifend verändern – und neue Probleme schaffen.
Forschung & Diskurs, Geld & Recht
Der neue Gesetzesentwurf zur Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut verspricht Gerechtigkeit, bringt aber Symbolpolitik – und gefährdet durch einen umstrittenen Auskunftsanspruch faire Lösungen.
Donald Trumps neue Handelspolitik trifft auch den Kunstmarkt: Zölle, Unsicherheit und rechtliche Hürden gefährden den internationalen Austausch – mit Folgen für Händler, Sammler und Museen weltweit.
Die Europäische Union setzt neue Regelungen zur Einfuhr von Kulturgütern aus Drittländern in Kraft, die eine Prüfung ausländischer Rechtsnormen unerlässlich machen. Vor welchen Herausforderungen wird der Kunsthandel künftig stehen?
Der Kunsthandel ist verpflichtet, geltende Bestimmungen des Artenschutzes zu erfüllen. Dies erfordert nicht nur juristisches Wissen, sondern auch ein Reagieren auf die ständigen Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen.
2024 wurde die Beratende Kommission NS-Raubgut überraschend aufgelöst und durch ein neues Schiedsgericht ersetzt, was wegen fehlender Transparenz und Einbindung relevanter Akteure auf Kritik stieß. Die Wirksamkeit des neuen Systems bleibt daher fraglich.